Sexueller Missbrauch

Die meisten betroffenen Menschen hoffen darauf, ihren erfahrenen sexuellen Missbrauch einfach vergessen zu können, oder stufen das Erlebte als "nicht so schlimm" ein. Leider funktioniert das nicht wirklich. Durch das Verdrängen entsteht immer wieder eine erneute Verletzung. Zudem frisst der Prozess der Verdrängung viel Energie.

 

Bei der Bewältigung von sexuellem Missbrauch kann die Hypnosetherapie helfen.

 

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Erinnerungen verändert werden können. Dies nutzen wir im Fall von Missbrauch aus. Das Geschehene kann nicht rückgängig gemacht werden. Nein, es gehört sogar zu unserer Lebensgeschichte, aber es ist möglich, dem Ereignis die Schwere und die Macht zu nehmen.

 

Dadurch wird es mit der Zeit leichter sein, sich freier und vor allem wieder wertvoller zu fühlen.

 

Unabhängig davon wie alt Sie sind und in welchem Ausmass dieser stattgefunden hatte, es ist nie zu spät, sich mit seinem erlebten Missbrauch auseinanderzusetzten und ihn zu verarbeiten.

 

Oft sind die Erinnerungen daran sehr schwach oder nur in Bruchstücken vorhanden. Dies ist eine natürliche Überlebensstrategie unseres Hirns. Falls Sie wage Erinnerungsbrocken im Kopf haben oder immer wieder einmal dieselben absurden Gedanken auftauchen, kann es gut sein, dass Sie Opfer eines Missbrauchs sind. 

 

Da diese Erinnerungen schrecklich und kaum zu glauben sind, reden wir uns oft ein, dass dies bloss ein "Hirngespinst" sei und so nicht stattgefunden haben könne. In diesem Fall hilft es, die Gedanken ernst zu nehmen und mit Angehörigen darüber zu sprechen. Oft traut man sich lange Zeit nicht, aus Scham und Angst vor der Reaktion des Gegenübers, das Schweigen zu brechen. Dies ist aber der erste Schritt zur Heilung.

 

Sollte das zu schwierig sein, empfiehlt es sich, zuerst mit einer Therapeutin darüber zu sprechen. Eine Konfrontation, sollte sie überhaupt stattfinden, sollte gut vorbereitet sein.

 

Sexueller Missbrauch bedeutet „Ausüben von Macht“, um eigene Bedürfnisse zu befriedigen.

 

Sich zu wehren, auch viele Jahre danach, bedeutet diese "Macht zu brechen".

 

Der Täter versucht oft über einen längeren Zeitraum das Vertrauen des späteren Opfers zu gewinnen und eine Bindung aufzubauen. Damit die Tat nicht veröffentlicht wird und die betroffene Person schweigt, greifen Täter zu verschiedenen Massnahmen. Eine davon ist, eine angebliche Mitschuld zu erzeugen. Manchmal wird auch damit gedroht, dass einem anderen geliebten Menschen etwas Schlimmes angetan oder die Liebe verweigert wird.

 

Oft sind es nahestehende Personen wie Vater, Onkel, Stiefvater oder Bekannte, die einen sexuellen Missbrauch an einem Mädchen verüben. Etwa 75 % der Täter kommen aus dem Familienkreis. Jungs werden eher von Lehrern, Trainern oder anderen betreuenden Personen missbraucht. Schätzungen zufolge wird ca. jedes dritte bis vierte Mädchen und ca. jeder neunte bis zehnte Junge missbraucht. Auch Frauen jeglichen Alters können nicht als Täterinnen ausgeschlossen werden. Nur spricht man darüber noch weniger.

 

Die Nähe zum Täter macht es so schwierig für das Opfer sich einer anderen Person anzuvertrauen. Dazu kommt die Tatsache, dass Kinder bewusst oder auch unbewusst nicht gehört werden, wenn sie versuchen, das Erlebte mitzuteilen. Oft fehlen ihnen die Worte und die Fähigkeiten, um beschreiben zu können, was passiert ist. Trotzdem signalisieren sie im Durchschnitt zehnmal, dass etwas vorgefallen ist.

 

Ein noch grösseres Tabu ist der sexuelle Missbrauch des Ehemannes oder des Lebenspartners. Darüber wird bis heute am meisten geschwiegen. Viel Scham ist damit verbunden und die seelischen Verletzungen sind enorm.

 

Darüber sprechen und die Situation analysieren zu können, hilft in einem ersten Schritt und stärkt das Selbstwertgefühl.