Wenn Sie sich trotz Pausen nicht mehr erholen können und sich ausgebrannt fühlen, dann könnten Sie auf ein Burnout zu steuern.

Burnout

Burnout beschreibt den Zustand des körperlichen und emotionalen „Ausgebrannt-Seins“. Medizinisch nennt man es auch „psychovegetatives Erschöpfungssyndrom.“

 

Nach harter körperlicher sowie geistiger Arbeit erschöpft zu sein, ist normal. Ist man noch in der Lage sich entsprechend zu erholen, ist das kein Problem. Gefährlich wird es, wenn man dies verlernt hat und sich auch in Erholungsphasen nicht mehr erholen kann.

 

Oft werden die Alarmsignale von Aussenstehenden bereits schon früher beobachtet. Die Betroffenen selber, können diese aber nicht sehen oder verdrängen sie.

 

Früher sagte man, dass vor allem Menschen in helfenden Berufen davon betroffen sind. Heute kann man dies nicht mehr nur darauf beschränken und Burnout-Symptome können in allen Berufsgruppen vorkommen. Auch Hausfrauen können davon betroffen sein. Es erfolgt aufgrund chronischer beruflicher und/oder psychischer Überlastung.

 

Ein Burnout kommt nicht über Nacht, sondern entwickelt sich schleichend über einen längeren Zeitraum. Meistens sind hohe Erwartungen an sich selber, schwer messbarer und schwer erreichbarer Erfolg, mangelnde Wertschätzung und fehlende Erfolgserlebnisse daran mitbeteiligt.

 

Die Stresssymptome können leicht übersehen werden oder werden gar anderen Krankheiten zugeordnet.

 

Die Symptome werden in vier Kategorien eingeteilt:

   
   

körperliche Erschöpfung

- chronische Müdigkeit
- Energiemangel
- Ein- und Durchschlafschwierigkeiten
- Magen-, Darmbeschwerden
- Herzklopfen/Herzstiche, Bluthochdruck
- Appetitlosigkeit
- Muskelverspannungen
- Rückenschmerzen
- Kopfschmerzen
- sexuelle Störungen
- Atembeschwerden
- geschwächtes Immunsystem

 

 


Soziale Erschöpfung
- sozialer Rückzug
- Hyperaktivität
- Konsum suchtfördernder Substanzen
- Vernachlässigung von Freizeitaktivitäten
- Gefühl von ausgesaugt werden
- Verlust der Empathie
- Verständnis für Mitmenschen geht

   verloren
- Zuhören ist nicht mehr möglich
- Interesse an anderen Menschen

   schwindet

 

motionale Erschöpfung
- innere Unruhe, Nervosität
- Gereiztheit
- Unzufriedenheit
- Niedergeschlagenheit
- Hoffnungslosigkeit
- Ausweglosigkeit
- Schuldzuweisung
- Angstgefühle
- Lustlosigkeit
- Unausgeglichenheit
- Verzweiflung
- Resignation/Frustration
- Sinnlosigkeitsgefühle
- Abstumpfung

 

Geistig/Mentale Erschöfpung
- ständig kreisende Gedanken
- Grübeln
- Konzentrationsstörungen
- Kognitiver Leistungsabbau
- Entscheidungsunfähigkeit
- Selbstzweifel


Um festzustellen, wie betroffen eine Person ist, können Checklisten, welche im Internet zu finden sind oder vom Arzt verwendet werden, hilfreich sein.

 

Welches sind die Stadien des Burnouts?

Wie oben erwähnt, kommt es nicht plötzlich zu einem Burnout. Vielmehr handelt es sich hier um einen schleichenden Prozess, der im schlimmsten Fall mit dem totalen Zusammenbruch endet. Dieser Prozess kann in sieben Stadien eingeteilt werden:


 1. Stadium

- Begeisterung für 

   eine Sache/Arbeit

- Engagement
- Zwang sich zu

   beweisen
- hohe Erwartungen

   an sich selbst

 

 

5. Stadium

- Interesselosigkeit
- Rückzug    
- emotionale -

   Verflachung
- Gefühl der

   Wertlosigkeit

2. Stadium

- Frustration

- Reduktion

   Arbeits-

   engagement
- Engagement im

   Privatleben

   (Sport, Verein

   usw.)

 

6. Stadium

- körperliche

   Beschwerden
- Depression
- Angststörungen
- Schmerzen/

   Infekte

3. Stadium

- Aufgeben
- emotionale

  Reaktion
- Suche nach 

   Schuldigen
- Wut

 

 

 

7. Stadium

- Krise
- Zusammen-

   bruch

 

4. Stadium

- Leistungsfähigkeit

  sinkt
- Antriebslosigkeit
- Motivation sinkt
- Kreativitätsverlust

 


 

Ist es nicht mehr möglich den Prozess vorzeitig zu unterbrechen, kommt es am Schluss zu einem kompletten Zusammenbruch. Für die betroffene Person sind nicht einmal mehr die einfachsten Aufgaben zu bewältigen. Es geht nichts mehr und der Weg zurück in ein normales Leben ist unter Umständen lang und schwierig. Oft ist dann der Aufenthalt in einer Klinik nötig und auch empfehlenswert. Ein unbekannter Betroffener sagte einmal im Fernsehen:

 

„Der Weg dahin war schwer, der Weg hinaus die Hölle.“

 

Es stellt sich die Frage, ob wir diesem obenerwähnten Prozess ausgeliefert sind. Nein, sind wir nicht. Es gibt zahlreiche Massnahmen und Möglichkeiten wie wir präventiv unser Leben gestalten und genügend Ressourcen aufbauen können. Dazu gehören, genügend Schlaf, Aufgaben delegieren, Aufgaben abwechselnd bewältigen, genügend Pausen einlegen, Freizeitstress vermeiden, Hobbys pflegen, ständige Erreichbarkeit herabsetzen, eigene Ansprüche an sich selber und Perfektionismus zu reduzieren, lernen einmal „Nein“ zu sagen und auf den Körper zu hören.

 

Eine der besten Präventionsmassnahmen, aber auch während einem bereits ablaufenden Prozess, sind erlernbare Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder eine Hypnosetherapie

 

Grundsätzlich geht es darum, den Körper in einen Entspannungszustand zu versetzen, damit die vorgehend erwähnten Abläufe durch- und unterbrochen werden.

 

Unabhängig davon, wie es Ihnen heute geht und wo Sie stehen, es wird auch für Sie einen Ausweg geben und das Leben kann wieder lebenswert und bunt werden.